CO2-reduzierter Gütertransport per Lastenrad

Lastenräder sind in unseren Städten schon allgegenwärtig. In meinem Blog “longdistance-cargocycling.org” zeige ich Euch, wie auch längere Lieferketten nachhaltig gestaltet werden können.

Das Prinzip ist einfach: Ich suche nach Einkaufsgemeinschaften für nachhaltige Produkte und besorge diese dann per Rad; derzeit rund um Bremen.

Mein Ziel ist, das öffentliche Bewußtsein zu schärfen, um ein Nachdenken über unsere Kauf- und Transportgewohnheiten anzuregen.

Ich möchte uns mit longdistance-cargocycling.org vergegenwärtigen, wie selbstverständlich wir heute bei Transporten einfach auf herkömmliche Treibstoffe und den Lkw setzen. Vielfach machen wir uns über Gewichte und Entfernungen, über die die Ware transportiert wird, keine Gedanken.

Regionale Lebensmittel: Dein Bier, nicht mein Bier?

Was zeigt das Spannungsfeld zwischen regional erzeugten Produkten und globalem Warenaustausch so gut auf wie Bier? Internationale Einheitsware konkurriert mit Craftbieren mit hoher regionaler Identität. Grund genug für longdistance-cargocycling.org, sich diesem Produkt anzunehmen.

Gutes Beispiel ist die Stadt Bremen. Hier braut ein internationaler Konzern ein bekanntes Fernsehbier, gleichzeitig gibt es einige Handwerksbrauereien. Von einer von diesen bringe ich einem Studienfreund eine gute Auswahl per Lastenrad vorbei. Dies ist das Prinzip von longdistance-cargocycling.org, für Freunde, Bekannte und Unternehmen regionale Produkte emissionsfrei zu transportieren.

Los geht es bereits am Vortag, um die Ware direkt bei der Brauerei in Empfang zu nehmen. Dann stehen 120 km Richtung Ostfriesland auf dem Plan. Logistisch mogele ich ein wenig, da die ersten Kilometer aus Bremen heraus per Bahn zurückgelegt werden. Trotzdem eine weitere Fahrt für das Projekt, eine weitere Anregung, um über unsere täglichen Ressourcenverbräuche nachzudenken.

Lastenradeln aus Kinderaugen

Das neue Video von longdistance-cargocycling.org

Lastenradeln aus Kinderaugen

Auf´n Kaffee mit…

… Julia, Laura, Nikolai, Stefan und Thomas von der Kaffeefahrt.

Zusammen bringen die fünf 25 kg gerösteten Kaffee per Lastenrad von Hamburg nach Münster. Den Kaffee hat zuvor die die Reederei Timbercoast mit dem einzigen deutschen Frachtsegler „Avontuur“ nach Hamburg gesegelt. Heute treffe ich die fünf, um sie auf einer halben Etappe zu unterstützen.

ein tolles Gefühl, fair gehandelten Kaffee an Bord meines Rades zu haben, der zuvor 4.500 Seemeilen gesegelt wurde.

Kaffee ist unser liebstes Getränk. Auf 162 Liter bringt es jeder Bundesbürger pro Jahr. Um so wichtiger, dass der Rohstoff klimaneutral transportiert wird. Ein Ziel der „Kaffeefahrt“, die jüngst durch Bremen kam.

Die Kaffeefahrt ist ein “Ableger” der schokofahrt.de. Die Schokofahrt ist eine dezentral organisierte, private Fahrradtour für den emissionsfreien Transport von Schokolade – sozusagen Schwarmlogistik per Lastenrad. Die Idee steht für nachhaltige Mobilität, CO2-neutralen Transport und bewussten Genuss. Alles passende Themen auch für mich.

Es ist ein tolles Gefühl, fair gehandelten Kaffee an Bord meines Rades zu haben, der zuvor 4.500 Seemeilen von der Karibik nach Deutschland gesegelt wurde – auch wenn ich damit nur 45 km weit fahre. Und cool, im Schwarm Lastenrad zu fahren: Meine nächste Tasse Kaffee werde ich deutlich bewußter genießen…

Erntezeit ist Marmeladenzeit…

… und longdistance-cargocycling.org sorgt für klimaschonenden Transport.

Ihr habt Interesse an handwerklich hergestellten Lebensmitteln mit Rohstoffen aus privaten Gärten unserer Region? Und zudem soll der Transport die Umwelt nicht belasten? Das war ein Fall für eine neue Fahrt:

Aus der Elbmarsch holten wir leckere Marmeladen, süße Säfte und herzhaften Essig für unsere Einkaufsgemeinschaft – alles selbst vermostet und verkocht direkt von Streuobstwiesen im Elbe-Weser-Dreieck.

Sonnengereift sind nicht nur die Früchte, sonnengereift war auch Euer Fahrer an diesem hochsommerlichen August-Tag am Ende der Tour.

Tourdaten

  • 15 kg Marmeladen, Säfte und Essig
  • 140 km (Bremerhaven – Otterndorf – Bremen)

Deutsche Bahn verbietet Mitnahme von Lastenrädern

Die Deutsche Bahn verbietet seit August 2019 die Mitnahme von Lastenrädern in ihren Zügen – ein weiterer Beweis, dass eine auf eine Wende gerichtete Verkehrspolitik in Deutschland noch lange nicht stattfindet.

Auch ich nutze für meine Fahrten die Züge der Deutschen Bahn. Bei mir gilt die Regel, dass zumindest alle Strecken mit Ladung per Muskelkraft gefahren werden. Trotzdem steige ich mit meinem leeren Lastenrad gelegentlich in einen Zug. Nun soll das nicht mehr möglich sein?!

Eine Invasion von Lastenrädern habe ich bei der Bahn bisher nicht beobachtet. Gerade sind es Familien mit Kindern, die mit ihren Lastenrädern gerne die Bahn nutzen – eigentlich eine Hauptzielgruppe, eigentlich. Gelungene, klimaschonende Verkehrspolitik sieht anders aus.

Mehr unter: https://www.cargobike.jetzt/deutsche-bahn-verbietet-sogenannte-lastenraeder-im-fernverkehr/

Die Initiative longdistance-cargocycling.org lebt vom mitmachen…

Meine Fahrten kommen nur zustande, wenn sich genügend Menschen finden, die nicht nur Interesse an Bioprodukten haben, sondern denen auch an einem klimaschonenenden Transport gelegen ist. Deshalb vielen Dank an Euch, die Ihr die bisherigen Projekte der Honig- und Brotfahrten mit Euren Bestellungen ermöglicht habt.

Für mich ist es spannend, mit Euch über neue Ideen für longdistance-cargocycling.org ins Gespräch zu kommen. Bei dem Versuch, Güterverkehr anders zu denken, gibt es in meinem „Abnehmerkreis“ der geradelten Produkte drei Grundmuster von Reaktionen.

Da sind zunächst die Bio-fokussierten: „Von dem Honig möchte ich auch einige Gläser!“ Ja, gerne, ist Ladung für die nächste Fahrt, aber um den Honig, um bei dem Beispiel zu bleiben, geht es mir doch gar nicht. Es kann auch Zeitungspapier sein; die Ladung ist nur Mittel zum Zweck, mit den Aktionen Aufmerksamkeit zu generieren und zum Andersdenken anzuregen.

Dann sind da die unglaublich Staunenden: „Wow, 200 Kilometer an einem Tag, mit Ladung auf dem Rad!“ Dieser Typ sieht den Sport im Vordergrund. Ich sorge bei ihm für Emotionen: Das Staunen und die Begeisterung, was die physische Leistung betrifft. Aber auch das ist mir wichtig, will ich doch zeigen, wie es sich anfühlt, eine Ladung Honig über 200 km per Muskelkraft zu bewegen.

Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!

Simone

Und dann sind da die Begeistert-Mitreis(s)enden: „Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!“ Sehr gut, so machen wir das, und ich wünsche mir viel mehr davon.

Letztere sind mir selbstverständlich am Liebsten. Aber auch alle anderen sind herzlich willkommen!

Die Flotte Biene 2.0

Die Flotte Biene „reloaded“ (siehe Beitrag vom 27. Mai 2019), aber diesmal nicht nur um leckeren Honig aus der bekannten Lüneburger Heide zu holen, sondern auch, um mit bestem Biobrot nach Bremen zurück zu fahren (siehe Bericht vom 3. Mai). Ich transportiere wieder klimaneutral heimische Produkte für Freunde und Bekannte mit dem Lastenrad – die Idee von longdistance-cargocycling.org

Dies ergibt eine formvollendete Kombination des Transports von dem süßen Elixier – outbound – und edlen Backwerk – inbound. Die Logistiker nennen das „paarige Ladungsströme“, was den Idealzustand beschreibt, der ohne Leerfahrten auskommt – jetzt auch bei longdistance-cargocycling.org!

Nur fast, denn hinzu kommt die Leeranfahrt in die Heide…

Die Tourdaten:

  • 280 km an zwei Tagen (Bremen – Lüneburger Heide – Hamburg – Bremen), davon leer 100 km
  • 12,5 kg Honig, 15 kg Biobrot

Pappe ist kein Pappenstiel: Mit Kartons unterwegs

Du ziehst um? Dann brauchst Du erstmal leere Kartons! Aus dem Baumarkt oder aus Zweiter Hand, sie müssen transportiert werden.

Breit und sperrig und nur was für´s Auto? Keinesfalls! Fein gefaltet und gestapelt passen rund 16 Stück auf das Rack des Omnium – eine perfekte Fahrt für longdistance-cargocycling.org.

Für eine Bekannte, also passend für das Prinzip, für Freunde Waren mit dem Lastenrad zu transportieren. Dabei ca. 170 km Auto-Kilometer gespart und erneut darauf hingewiesen, wie bequem wir es uns mit Auto und Lkw eingerichtet haben.

Nordic-by-Nature: Das Omnium in seiner dänischen Heimat

Ich bin diesmal nicht in der eigentlichen Mission von longdistance-cargocycling.org unterwegs, dem CO2-freien Transport von Waren für Freunde und Bekannte per Lastenrad. Es ist Urlaubszeit und ich gönne meinem Lastenrad, dem Omnium, einen Besuch in seiner dänischen Heimat.

Zwar nicht in Kopenhagen, sondern auf den Inseln Lolland, Langeland, Fünen und Alsen, der sogenannten Dänischen Südsee. Mal kein Honig oder Brot, das transportiert wird, sondern Schlafsack und Zelt, die bewegt und Sehenswürdigkeiten, die angefahren werden; “Insel-Hopping” per Rad und Fähre.

Dänemark ist ein Radler-freundliches Land: Eigene Beschilderung, Radschutzstreifen oder gar separate Radwege mit Richtungsfahrbahnen – hier macht radeln Spaß.

Ich probiere ein Stück des Ostseeküsten-Radweges. Der Ostseeküsten-Radweg, auch EuroVelo-Route EV10, Hansa-Route, oder international Baltic Sea Cycle Route genannt, ist ein europäischer Fernradweg. Er führt über ca. 8.000 Kilometer rund um die Ostsee. Zumindest die dänischen Teile sind sehr zu empfehlen.

Die Inseln Fünen & Co. sind Dänemark´s Kornkammer. Hier finden sich deshalb viele kleine Handwerksbrauereien und –distillen. Deren Produkte sind wie geschaffen für neue Projekte von longdistance-cargocycling.org: Ökologisch hergestellte Erzeugnisse mit regionalen Zutaten, die eine ebensolche Logistik erfordern – slow food und slow logistics per pedes.

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