CO2-reduzierter Gütertransport per Lastenrad

Lastenräder sind in unseren Städten schon allgegenwärtig. In meinem Blog “longdistance-cargocycling.org” zeige ich Euch, wie auch längere Lieferketten nachhaltig gestaltet werden können.

Das Prinzip ist einfach: Ich suche nach Einkaufsgemeinschaften für nachhaltige Produkte und besorge diese dann per Rad; derzeit rund um Bremen.

Mein Ziel ist, das öffentliche Bewußtsein zu schärfen, um ein Nachdenken über unsere Kauf- und Transportgewohnheiten anzuregen.

Ich möchte uns mit longdistance-cargocycling.org vergegenwärtigen, wie selbstverständlich wir heute bei Transporten einfach auf herkömmliche Treibstoffe und den Lkw setzen. Vielfach machen wir uns über Gewichte und Entfernungen, über die die Ware transportiert wird, keine Gedanken.

Deutsche Bahn verbietet Mitnahme von Lastenrädern

Die Deutsche Bahn verbietet seit August 2019 die Mitnahme von Lastenrädern in ihren Zügen – ein weiterer Beweis, dass eine auf eine Wende gerichtete Verkehrspolitik in Deutschland noch lange nicht stattfindet.

Auch ich nutze für meine Fahrten die Züge der Deutschen Bahn. Bei mir gilt die Regel, dass zumindest alle Strecken mit Ladung per Muskelkraft gefahren werden. Trotzdem steige ich mit meinem leeren Lastenrad gelegentlich in einen Zug. Nun soll das nicht mehr möglich sein?!

Eine Invasion von Lastenrädern habe ich bei der Bahn bisher nicht beobachtet. Gerade sind es Familien mit Kindern, die mit ihren Lastenrädern gerne die Bahn nutzen – eigentlich eine Hauptzielgruppe, eigentlich. Gelungene, klimaschonende Verkehrspolitik sieht anders aus.

Mehr unter: https://www.cargobike.jetzt/deutsche-bahn-verbietet-sogenannte-lastenraeder-im-fernverkehr/

Die Initiative longdistance-cargocycling.org lebt vom mitmachen…

Meine Fahrten kommen nur zustande, wenn sich genügend Menschen finden, die nicht nur Interesse an Bioprodukten haben, sondern denen auch an einem klimaschonenenden Transport gelegen ist. Deshalb vielen Dank an Euch, die Ihr die bisherigen Projekte der Honig- und Brotfahrten mit Euren Bestellungen ermöglicht habt.

Für mich ist es spannend, mit Euch über neue Ideen für longdistance-cargocycling.org ins Gespräch zu kommen. Bei dem Versuch, Güterverkehr anders zu denken, gibt es in meinem „Abnehmerkreis“ der geradelten Produkte drei Grundmuster von Reaktionen.

Da sind zunächst die Bio-fokussierten: „Von dem Honig möchte ich auch einige Gläser!“ Ja, gerne, ist Ladung für die nächste Fahrt, aber um den Honig, um bei dem Beispiel zu bleiben, geht es mir doch gar nicht. Es kann auch Zeitungspapier sein; die Ladung ist nur Mittel zum Zweck, mit den Aktionen Aufmerksamkeit zu generieren und zum Andersdenken anzuregen.

Dann sind da die unglaublich Staunenden: „Wow, 200 Kilometer an einem Tag, mit Ladung auf dem Rad!“ Dieser Typ sieht den Sport im Vordergrund. Ich sorge bei ihm für Emotionen: Das Staunen und die Begeisterung, was die physische Leistung betrifft. Aber auch das ist mir wichtig, will ich doch zeigen, wie es sich anfühlt, eine Ladung Honig über 200 km per Muskelkraft zu bewegen.

Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!

Simone

Und dann sind da die Begeistert-Mitreis(s)enden: „Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!“ Sehr gut, so machen wir das, und ich wünsche mir viel mehr davon.

Letztere sind mir selbstverständlich am Liebsten. Aber auch alle anderen sind herzlich willkommen!

Die Flotte Biene 2.0

Die Flotte Biene „reloaded“ (siehe Beitrag vom 27. Mai 2019), aber diesmal nicht nur um leckeren Honig aus der bekannten Lüneburger Heide zu holen, sondern auch, um mit bestem Biobrot nach Bremen zurück zu fahren (siehe Bericht vom 3. Mai). Ich transportiere wieder klimaneutral heimische Produkte für Freunde und Bekannte mit dem Lastenrad – die Idee von longdistance-cargocycling.org

Dies ergibt eine formvollendete Kombination des Transports von dem süßen Elixier – outbound – und edlen Backwerk – inbound. Die Logistiker nennen das „paarige Ladungsströme“, was den Idealzustand beschreibt, der ohne Leerfahrten auskommt – jetzt auch bei longdistance-cargocycling.org!

Nur fast, denn hinzu kommt die Leeranfahrt in die Heide…

Die Tourdaten:

  • 280 km an zwei Tagen (Bremen – Lüneburger Heide – Hamburg – Bremen), davon leer 100 km
  • 12,5 kg Honig, 15 kg Biobrot

Auf´n Kaffee per Lastenrad: Einladung zur „Kaffeefahrt“

Kaffee ist unser liebstes Getränk. Auf 162 Liter bringt es jeder Bundesbürger pro Jahr. Um so wichtiger, dass der Rohstoff klimaneutral transportiert wird. Genau das möchte die Aktion der „Kaffeefahrt“ erreichen:

Vom 30. August bis 03. September bringen Lastenrad-Fans gerösteten Kaffee von Hamburg nach Münster. Den Kaffee hat zuvor die die Reederei Timbercoast mit dem einzigen deutschen Frachtsegler „Avontuur“ nach Hamburg gesegelt.

Auch Du kannst dabei sein – Infos hier und Kontakt hier.

Pappe ist kein Pappenstiel: Mit Kartons unterwegs

Du ziehst um? Dann brauchst Du erstmal leere Kartons! Aus dem Baumarkt oder aus Zweiter Hand, sie müssen transportiert werden.

Breit und sperrig und nur was für´s Auto? Keinesfalls! Fein gefaltet und gestapelt passen rund 16 Stück auf das Rack des Omnium – eine perfekte Fahrt für longdistance-cargocycling.org.

Für eine Bekannte, also passend für das Prinzip, für Freunde Waren mit dem Lastenrad zu transportieren. Dabei ca. 170 km Auto-Kilometer gespart und erneut darauf hingewiesen, wie bequem wir es uns mit Auto und Lkw eingerichtet haben.

Nordic-by-Nature: Das Omnium in seiner dänischen Heimat

Ich bin diesmal nicht in der eigentlichen Mission von longdistance-cargocycling.org unterwegs, dem CO2-freien Transport von Waren für Freunde und Bekannte per Lastenrad. Es ist Urlaubszeit und ich gönne meinem Lastenrad, dem Omnium, einen Besuch in seiner dänischen Heimat.

Zwar nicht in Kopenhagen, sondern auf den Inseln Lolland, Langeland, Fünen und Alsen, der sogenannten Dänischen Südsee. Mal kein Honig oder Brot, das transportiert wird, sondern Schlafsack und Zelt, die bewegt und Sehenswürdigkeiten, die angefahren werden; “Insel-Hopping” per Rad und Fähre.

Dänemark ist ein Radler-freundliches Land: Eigene Beschilderung, Radschutzstreifen oder gar separate Radwege mit Richtungsfahrbahnen – hier macht radeln Spaß.

Ich probiere ein Stück des Ostseeküsten-Radweges. Der Ostseeküsten-Radweg, auch EuroVelo-Route EV10, Hansa-Route, oder international Baltic Sea Cycle Route genannt, ist ein europäischer Fernradweg. Er führt über ca. 8.000 Kilometer rund um die Ostsee. Zumindest die dänischen Teile sind sehr zu empfehlen.

Die Inseln Fünen & Co. sind Dänemark´s Kornkammer. Hier finden sich deshalb viele kleine Handwerksbrauereien und –distillen. Deren Produkte sind wie geschaffen für neue Projekte von longdistance-cargocycling.org: Ökologisch hergestellte Erzeugnisse mit regionalen Zutaten, die eine ebensolche Logistik erfordern – slow food und slow logistics per pedes.

Langstrecke: Gegen die Uhr, gegen sich selbst, aber für die Umwelt

Longdistance-cargocycling.org bedeutet, für Freunde, Bekannte oder Unternehmen Waren mit dem Lastenrad von Ort zu Ort zu transportieren. Es ist mein Beitrag, aufmerksam zu machen, wie komfortable wir es uns mit dem Lkw eingerichtet haben und wie stark wir von fossilen Treibstoffen abhängig sind. Oftmals wissen wir gar nicht, wie viele Lkw-Kilometer in unseren täglichen Produkten stecken.

Radfahren auf einer Urlaubstour heißt, einfach die Strecke genießen und ankommen. Longdistance-cargocycling.org geht einen Schritt weiter: Die Strecke genießen, ankommen und mit Ladung zurückkommen. Die Ladung motiviert. Sie ist das verbindende Element zu denen, die meine Idee durch ihre „Bestellung“ ermöglichen.

Es kostet Überwindung, morgens in der Früh´ loszufahren. Hinzu kommt Druck, unterwegs bestimmte Öffnungs- oder Abfahrtszeiten einhalten zu wollen, wie der des Ladens am Ziel oder von Fähren entlang der Strecke.

Am Ende steht immer die Gewissheit, Aufmerksamkeit erzeugt zu haben, um ein Nachdenken über unsere Kauf- und Transportgewohnheiten anzuregen.

Als Dank kommen die vielen positiven Rückmeldungen zu den tollen Produkten, die ich mitbringe. Bedanken tut sich auch die Natur. Sie bedankt sich sofort, noch auf der Fahrt, mit Vogelkonzerten und traumhaften Sonnenauf- oder –untergängen. Und sie bedankt sich langfristig, weil jemand auf sie achtet.

Die flotte Biene – für Honig in die Lüneburger Heide

Der Naturpark “Lüneburger Heide” ist bekannt für seinen Honig – mein neues Projekt.

Für eine private Einkaufsgemeinschaft hole ich Honig direkt vom Imker. Das Prinzip ist das gleiche wie bisher: Ware wird per Lastenrad CO2-reduziert befördert, um so auf die vielen Lkw auf unseren Straßen aufmerksam zu machen.

02:58 h – Ich bin noch vor dem Weckerklingeln wach; ein Klingeln wäre um diese Zeit grausam.

03:30 h – Bei der Abfahrt ist es trotz der vorangeschrittenen Jahreszeit stockdunkel.

04:30 h – Mit der Dämmerung beginnt ein vielstimmiges Vogelkonzert; open-air und gratis.

06:00 h – Alles schläft! Alles? In Rotenburg bauen Händler den Wochenmarkt auf.

07:30 h – Nach 40 km ein Morgengruß per SMS nach Hause. Die Dörfer grüßen mit touristischen Highlights.

09:28 h – Nach vier Stunden im Sattel: – nun überschlagen sich die Ereignisse am Ziel in Gödenstorf:

09:30 h – Die Imkerei öffnet.

09:45 h – Honig ausgesucht und bezahlt.

10:00 h – Fertig zur Rückfahrt

16:00 h – Die Straßen sind jetzt voll. Ein endloser Strom von Pkw rollt an mir vorbei…

18.45 h – Duty done; Fahrt beendet.

30 Gläser oder 22,5 kg Honig; 206 km.

Ein Dank an alle, die mit ihrem Interesse die Fahrt ermöglicht haben (und jetzt den leckeren Honig genießen dürfen).

Warum …

… tue ich das, und radele mit Lasten durch das Land?

Weil ich an Freitagen einfach nicht kann – genausogut könnte also der Blog “für Greta” heißen.

Klimaschutz ist das zentrale Thema der Menschheit. Klimaschutz beeinflußt die globale Wohlstandsverteilung, das Risiko zukünftiger kriegerischer Auseinandersetzungen und stellt die multilateralen Institutionen in Frage. 

Es wird Zeit, unseren “ökologischen Kredit” (Schneidewind, 2018) zuzückzuzahlen. Damit sind die Kosten gemeint, die mit fossil-getrieben Straßenverkehren einhergehen und die die Allgemeinheit mit Flächenfraß, CO2-Emissionen und Feinstaub bezahlt. Mit jedem vermiedenen  Lkw-Kilometer kommen wir diesem Ziel näher, den ökologischen Kredit zu tilgen. 

… weil ich an Freitagen nicht kann.

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