Monat: Mai 2019

Die flotte Biene – für Honig in die Lüneburger Heide

Der Naturpark “Lüneburger Heide” ist bekannt für seinen Honig – mein neues Projekt.

Für eine private Einkaufsgemeinschaft hole ich Honig direkt vom Imker. Das Prinzip ist das gleiche wie bisher: Ware wird per Lastenrad CO2-reduziert befördert, um so auf die vielen Lkw auf unseren Straßen aufmerksam zu machen.

02:58 h – Ich bin noch vor dem Weckerklingeln wach; ein Klingeln wäre um diese Zeit grausam.

03:30 h – Bei der Abfahrt ist es trotz der vorangeschrittenen Jahreszeit stockdunkel.

04:30 h – Mit der Dämmerung beginnt ein vielstimmiges Vogelkonzert; open-air und gratis.

06:00 h – Alles schläft! Alles? In Rotenburg bauen Händler den Wochenmarkt auf.

07:30 h – Nach 40 km ein Morgengruß per SMS nach Hause. Die Dörfer grüßen mit touristischen Highlights.

09:28 h – Nach vier Stunden im Sattel: – nun überschlagen sich die Ereignisse am Ziel in Gödenstorf:

09:30 h – Die Imkerei öffnet.

09:45 h – Honig ausgesucht und bezahlt.

10:00 h – Fertig zur Rückfahrt

16:00 h – Die Straßen sind jetzt voll. Ein endloser Strom von Pkw rollt an mir vorbei…

18.45 h – Duty done; Fahrt beendet.

30 Gläser oder 22,5 kg Honig; 206 km.

Ein Dank an alle, die mit ihrem Interesse die Fahrt ermöglicht haben (und jetzt den leckeren Honig genießen dürfen).

Warum …

… tue ich das, und radele mit Lasten durch das Land?

Weil ich an Freitagen einfach nicht kann – genausogut könnte also der Blog “für Greta” heißen.

Klimaschutz ist das zentrale Thema der Menschheit. Klimaschutz beeinflußt die globale Wohlstandsverteilung, das Risiko zukünftiger kriegerischer Auseinandersetzungen und stellt die multilateralen Institutionen in Frage. 

Es wird Zeit, unseren “ökologischen Kredit” (Schneidewind, 2018) zuzückzuzahlen. Damit sind die Kosten gemeint, die mit fossil-getrieben Straßenverkehren einhergehen und die die Allgemeinheit mit Flächenfraß, CO2-Emissionen und Feinstaub bezahlt. Mit jedem vermiedenen  Lkw-Kilometer kommen wir diesem Ziel näher, den ökologischen Kredit zu tilgen. 

… weil ich an Freitagen nicht kann.

Wein und Bier – das rate ich Dir: Über Flaschen auf Reisen

Viele Radwege sind Buckelpisten – natürlich muss das Ladegut so verpackt sein, dass es die Erschütterungen wegsteckt. Für die Verpackung nutze ich alte Obstkisten. Diese werden einfach auf den Gepäckträger gestellt und befestigt. Das Ladegut ist darin dann gut aufgehoben. Für den Transport von Brot war das durchaus angemessen.

Wie verhält es sich allerdings mit bruchempfindlichen Flaschen? Vielleicht führt eine der nächsten Fahrten zu einer Craft Brewery oder Distille, die handwerklich arbeiten und beste lokale Bioware herstellen.

Eine Testfahrt über 85 km brachte schnell das Ergebnis: Sowohl Einweg-Weinflaschen als auch die stabileren Pfandbierflaschen sind den Erschütterungen gewachsen. Der Trick war eine dünne Unterlage aus einer alten Iso-Matte, die für die Schockabsorption sorgte. Der Erfolg dieser Testfahrt soll allerdings kein Aufruf an die Verkehrsplaner sein, die Unterhaltung und Neubau der Radwege von nun an zu unterlassen. Im Gegenteil!

Mit dem Rad zum Bäcker, aber nicht nur um´s Eck!

Mal eben frische Brötchen zum Frühstück? Mit dem Rad vom Bäcker an der Ecke geholt? Na klar, kennt jeder. Nur wenn der Bäcker unseres Vertrauens rund 100 km entfernt liegt und ein ganz besonders leckeres (Bio-)Brot verkauft, da nehmen wir dann doch lieber das Auto, oder? Nicht ganz, wenn bio, dann auch richtig: Das Brot soll nachhaltig, also mit dem Rad, transportiert werden.

Die nächst gelegene Verkaufsstelle des Bäckers unseres Vertrauens liegt ca. 100 km entfernt. Dies ergibt 200 km durch Norddeutschland, genauer durch das Weser-Elbe Dreieck über Zeven und Harsefeld einschließlich einer erfrischenden Fährfahrt über die Elbe. Getreu der Idee, für Freunde und Bekannte mit dem Lastenrad Güter zu transportieren, legte ich jenen diese einmalige Backwarenquelle nahe. Diese spontane Einkaufsgemeinschaft brachte ca. 15 kg bestes Biobrot und einige Bärlauchstangen zusammen.

Unsere Freunde und Bekannte, mit denen wir das Brot jetzt teilen, freuen sich mit uns über diesen fairen Deal. 

Dieses Projekt brachte mir dann die Erfahrungen, die ich mit dem Projekt gerne zeigen will: „Nur“ 15 kg Brot mit reiner Muskelkraft über eine eine reine Fahrtzeit von 12 Stunden zu transportieren, wo wir es als fast selbstverständlich sehen, dass per Lkw jegliche Lebensmittel von überall her frisch in die Supermärkte kommen.

Waren rund um die Welt verschiffen? Eine Selbstverständlichkeit!?

Vinyl auf großer Fahrt, oder wie alles begann…

Am Anfang stand der persönliche Wunsch, eine Alternative für die vielen Lastwagen auf unseren Straßen zu bieten. Mich nervten schon als Jugendlicher die Lkw auf den Straßen; und ich fahre seither leidenschaftlich gerne Rad. Also, anstelle mit dem neuen Lastenrad nur Werkzeug oder Getränkekisten zum Supermarkt zu fahren, würde ich für Freunde und Bekannte Lasten mit dem Rad CO2-neutral transportieren.

Schräge Vision oder nur alberne Symbolik? Wie dem auch sei, irgendwie möchte man einen Beitrag leisten. Aber womit fängste an? Ach ja, da war dann die alte Schallplattensammlung meiner Eltern, die zu einer Bekannten in Pinneberg musste. Die wollte die Vinyl´s auf dem Flohmarkt anbieten. Das war die Initialzündung.

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