Monat: Juni 2019

CO2-reduzierter Gütertransport per Lastenrad

Lastenräder sind in unseren Städten schon allgegenwärtig. In meinem Blog “longdistance-cargocycling.org” zeige ich Euch, wie auch längere Lieferketten nachhaltig gestaltet werden können.

Das Prinzip ist einfach: Ich suche nach Einkaufsgemeinschaften für nachhaltige Produkte und besorge diese dann per Rad; derzeit rund um Bremen.

Mein Ziel ist, das öffentliche Bewußtsein zu schärfen, um ein Nachdenken über unsere Kauf- und Transportgewohnheiten anzuregen.

Ich möchte uns mit longdistance-cargocycling.org vergegenwärtigen, wie selbstverständlich wir heute bei Transporten einfach auf herkömmliche Treibstoffe und den Lkw setzen. Vielfach machen wir uns über Gewichte und Entfernungen, über die die Ware transportiert wird, keine Gedanken.

Nordic-by-Nature: Das Omnium in seiner dänischen Heimat

Ich bin diesmal nicht in der eigentlichen Mission von longdistance-cargocycling.org unterwegs, dem CO2-freien Transport von Waren für Freunde und Bekannte per Lastenrad. Es ist Urlaubszeit und ich gönne meinem Lastenrad, dem Omnium, einen Besuch in seiner dänischen Heimat.

Zwar nicht in Kopenhagen, sondern auf den Inseln Lolland, Langeland, Fünen und Alsen, der sogenannten Dänischen Südsee. Mal kein Honig oder Brot, das transportiert wird, sondern Schlafsack und Zelt, die bewegt und Sehenswürdigkeiten, die angefahren werden; “Insel-Hopping” per Rad und Fähre.

Dänemark ist ein Radler-freundliches Land: Eigene Beschilderung, Radschutzstreifen oder gar separate Radwege mit Richtungsfahrbahnen – hier macht radeln Spaß.

Ich probiere ein Stück des Ostseeküsten-Radweges. Der Ostseeküsten-Radweg, auch EuroVelo-Route EV10, Hansa-Route, oder international Baltic Sea Cycle Route genannt, ist ein europäischer Fernradweg. Er führt über ca. 8.000 Kilometer rund um die Ostsee. Zumindest die dänischen Teile sind sehr zu empfehlen.

Die Inseln Fünen & Co. sind Dänemark´s Kornkammer. Hier finden sich deshalb viele kleine Handwerksbrauereien und –distillen. Deren Produkte sind wie geschaffen für neue Projekte von longdistance-cargocycling.org: Ökologisch hergestellte Erzeugnisse mit regionalen Zutaten, die eine ebensolche Logistik erfordern – slow food und slow logistics per pedes.

Langstrecke: Gegen die Uhr, gegen sich selbst, aber für die Umwelt

Longdistance-cargocycling.org bedeutet, für Freunde, Bekannte oder Unternehmen Waren mit dem Lastenrad von Ort zu Ort zu transportieren. Es ist mein Beitrag, aufmerksam zu machen, wie komfortable wir es uns mit dem Lkw eingerichtet haben und wie stark wir von fossilen Treibstoffen abhängig sind. Oftmals wissen wir gar nicht, wie viele Lkw-Kilometer in unseren täglichen Produkten stecken.

Radfahren auf einer Urlaubstour heißt, einfach die Strecke genießen und ankommen. Longdistance-cargocycling.org geht einen Schritt weiter: Die Strecke genießen, ankommen und mit Ladung zurückkommen. Die Ladung motiviert. Sie ist das verbindende Element zu denen, die meine Idee durch ihre „Bestellung“ ermöglichen.

Es kostet Überwindung, morgens in der Früh´ loszufahren. Hinzu kommt Druck, unterwegs bestimmte Öffnungs- oder Abfahrtszeiten einhalten zu wollen, wie der des Ladens am Ziel oder von Fähren entlang der Strecke.

Am Ende steht immer die Gewissheit, Aufmerksamkeit erzeugt zu haben, um ein Nachdenken über unsere Kauf- und Transportgewohnheiten anzuregen.

Als Dank kommen die vielen positiven Rückmeldungen zu den tollen Produkten, die ich mitbringe. Bedanken tut sich auch die Natur. Sie bedankt sich sofort, noch auf der Fahrt, mit Vogelkonzerten und traumhaften Sonnenauf- oder –untergängen. Und sie bedankt sich langfristig, weil jemand auf sie achtet.

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