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Persönliches

Ausliefern per Rad? Oder: Ein Lastenrad im Geschäftseinsatz

Ein Gastbeitrag von Andreas Sieber

Seit 2012 betreiben wir in Marbach/Neckar ein Reformhaus. Das Lastenrad wurde schnell ein fester Bestandteil im Unternehmen. Am Anfang stand der Lieferservice und das Ziel, anfallende Verpackungsen zu entsorgen. Inspiriert von der ersten Schokofahrt 2019 begannen wir immer mehr Produkte von Produzenten in der näheren Umgebung ebenfalls mit dem Lastenrad zu transportieren. Wein, Kaffee, Honig und Nussmischungen werden seither konsequent per Rad abgeholt. 2020 waren das 2.800 Kilometer und 900 kg wurden bewegt.

Wir werden gefragt: „Warum macht ihr das und lohnt sich dieser Einsatz?“

Andreas sieber, lastenradler für ein reformhaus

Eine Frage die häufig gestellt wird ist „ Warum macht ihr das und lohnt sich dieser Einsatz?“ Der größte Beweggrund ist, ein Zeichen für die Verkehrswende zu setzen und so viel wie möglich klimaneutral zu transportieren.

Momentan rechnet sich dieser Einsatz – wenn man die reinen Zahlen nimmt – nicht. Nimmt man den Mindestlohn als Kosten für den Radfahrer, so ließe sich die Ware mit konventionellen Paketdienstleistern billiger transportieren.

Diese Betrachtung halte ich für einseitig: Würde der Spritpreis nicht subventioniert werden und würde dieser auch die Folgekosten für die Umwelt berücksichtigen, wäre das Lastenrad mit Fahrer durchaus konkurrenzfähig.

Wir stellen uns diese Frage aber gar nicht, sondern schauen ob dieser Einsatz mit dem Lastenrad praktikabel ist. Und diese Praktikabilität ist gegeben. Die Transporte dienen auch zur sportlichen Betätigung und sind deswegen auch keine vergeudete Zeit!