Prototyp für Neues Denken

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Barrierefrei?

Ein Lastenrad ohne Last? Ein Film ohne Bild? Das aktuelle Programm der Kunsthalle Osnabrück irritiert barrierefrei: Ich radele 357 km; will dort erfahren, wie es mentale Barrieren aufbrechen möchte.

Die Künsterinnen rearrangieren unsere eingespurten Sinnesansprachen. Ein Film ohne Bild, um den Ton zu ertasten und die Bilder zu beschreiben? Töne entrückt von den sie erzeugenden Bewegungen?

Ich betrete die Kirche. Das Schiff ist leer, bis auf die Reihe von Bildschirmen, die zum eintretenden Besucher abgewendet stehen. Die Hälfte des Bodens bedeckt ein gemusteter Teppich. Darauf kistenartige Blöcke.

Die Luft ist durch ein Dröhnen erfüllt, es hallt anhaltend. Die Bildschirme zeigen Filmsequenzen. Die taube Hauptdarstellerin übt Schlagzeug. Die Geräusche des Übens werden zu Nebensächlichkeiten, wenn die Gegenstände im Probenraum neu geordnet werden.

Plötzlich Stille; ein Anruf auf dem Smartphone der Protagonistin. Im Spiegel des Friseursalons reflektiert sich die Gestik der Gebärdensprache. Dann weiter. Es beginnt zu dröhnen.

Erweitern wir unseren Wahrnehmungsraum. Wir nehmen Informationen auf anderen Wegen als gewöhnlich auf, aber wie? Ein bereichernder Besuch.

Kunsthalle Osnabrück: Raumkonzepte im Dialog mit dem Behinderten-Forum Osnabrück – Anna Erdmann/Franziska Goralski (Die Blaue Distanz); Alison O´Daniel (I felt people dancing/The Tuba Thieves). Noch bis zum 03. Oktober 2021

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