Erfolgreich vernetzt in den Regionen

longdistance-cargocycling.org präsentiert sich auf der Regionallogistik-Datenbank des Verbandes der Regionalbewegung

Um einen schnellen Überblick über vorhandene logistische Lösungen in bundesdeutschen Regionen zu bieten und Interessierte zu vernetzen, hat der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. eine RegioLogistikDatenbank eingerichtet. Die Regionalbewegung besteht seit 2005 und verbindet die vielfältigen Akteure des regionalen Wirtschaftens, die zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Regionalentwicklung und der Stärkung ländlicher Räume beitragen.

Stadt-Land-Lastenrad

longdistance-cargocycling.org auf dem Web-Seminar der LogistikLotsen e.V. „Stadt-Land-Lastenrad: Liefern mit dem Lastenrad“ am 18. Februar 2021

Wie können städtische Quartiere, aber auch der ländliche Raum vom Lastenrad profitieren? Diese Kernfrage stellte Prof. Dr. Sven Hermann vom Verein LogistikLotsen für die Metropolregion Nordwest e.V. auf einer online-Veranstaltung letzte Woche. Und die Antworten kamen!

Ob ein Anhänger, der jedes Rad zu einem Lastenrad macht, ob etablierte institutionelle Lastenradlerinnen, die sich als Logistiker empfehlen, ob longdistance-cargocyling.org mit einem inspirierenden, zum Nachmachen einladenden Ansatz oder ob digitaler Lösungen, die die Fahrerinnen zu einem intelliegenten Schwarm machen, das Spektrum war äußerst vielfältig.

Es tut sich was, in kleinen Schritten, mit überzeugten Pionieren und sinnvollen Lösungen. Ich habe mich gefreut, hierzu einen Beitrag zu leisten, und davon auch berichten zu können.

Mehr unter: https://logistiklotsen.de/

Bildquelle: Sven Hermann/Logistiklotsen e.V. , Olaf Kock

Klima, was für´n Klima?

Wir reden gerne von Klimaneutralität. Viele Unternehmen werben, sie seien jetzt “grün”. Trotzdem verlassen wir uns weiterhin auf fossile Geschäftsmodelle: Wir fliegen in Urlaub (mal von CV-19 abgesehen), wir konsumieren Plastik, Diesel-getriebene Lkw transportieren unsere Waren. Irgenwie skuril. Die Initiative longdistance-cargocycling.org macht deutlich, wie schwierig es ist, carbon-reduzierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ein Beispiel: Lastenräder sind in unseren Städten allgegenwärtig. Mal angenommen, Güter würden auch über längere Strecken regelmäßig geradelt, könnten wir sie dann bezahlen? Unsere Waren sind unter anderem deshalb so billig, weil Kosten für die Inanspruchnahme der Natur sich nicht in ihren Preisen widerspiegeln. Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Wem nützt die beste Bio-Ware, wenn der Kunde mit dem Auto zum Wochenmarkt oder Unverpackt-Laden fährt? Ist es noch „bio“, wenn die Ware per fossil-getriebenem Lkw transportiert wird? Was per Motorkraft eine schnelle Fahrt ist, wird mit dem Lastenrad zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Die Touren von longdistance-cargocycling.org machen deutlich, wieviel Aufwand eigentlich notwendig ist, um beispielhaft 20 kg über 100 km klimaschonend zu transportieren.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen. Wie selbstverständlich beziehen wir Bio-Lebensmittel aus ganz Deutschland, wenn nicht sogar Europa. An die resultierenden Transporte denken die wenigsten. Die Initiative zeigt, wie komfortabel wir es uns mit dem Auto oder Lkw eingerichtet haben.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen.

Highlights 2020

Das C-Wort machte die Runde. Na ja, ich hatte schon Bedenken zu fahren: “Andere liegen im Sterben, und Du drehst hier Deine Runden?” Bin trotzdem, oder gerade deswegen, gefahren.

Corona und die Klimakrise – Beide Entwicklungen sind Ausdruck einer globalen Krise. Die Pandemie ist Teil des falschen Umgangs mit der Natur und den Ressourcen auf der Erde.

Prof. Antje Boetius, 12.10.2020, im weser-kurier interview

Rum, Kaffe, junger Whisky, Honig – dieses Jahr war wieder (fast) alles dabei! Knapp 225 kg transportierte Ware, 2.000 gefahrene Kilometer. Und immer nach dem Motto “longdistance-cargocycling.org – Prototyp für Neues Denken”.

Bleibt allein! Bleibt gesund! Bleibt mir gewogen!

Verkehr zwischen Grundbedürfnis und Dekadenz?

Wir proben den „Ökologischer Ernstfall”: Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben vor Corona und angesichts von FFF den ökologischen Notstand ausgerufen. Was ist Polemik, was ist Realität? Ein Erläuterungsversuch von longdistance-cargocycling.org.

Real die Frage: Müssen wir in Norddeutschland wirklich Milch aus dem Süden, welche per Lkw herangekarrt wird, konsumieren? Brauchen wir einen 24-Stunden-Lieferdienst, der zusätzlichen Verkehr erzeugt; reichen nicht auch 2 Tage als Lieferfrist? Machen wir uns mal Gedanken, wie selbstverständlich solche Dinge für uns mittlerweile sind.

“Wir sollten anfangen, zwischen menschlichen Grundbedürfnissen und spätrömischer Dekadenz zu unterscheiden.“

Prof. dr. Nico Paech (2019)

Wie ernst gemeint sind die Aktionen der Städte und Gemeinden? Bekommen wir es hin, den Wunsch einer Verkehrswende im politischen Mainstream zu verankern?

„Demokratische Instanzen wagen niemals, gegen den Mainstream vorzugehen. Das wäre politischer Selbstmord. Deshalb bedarf es zunächst glaubwürdiger Signale aus der Zivilgesellschaft. Sie muss die Politik darin bestärken, endlich mit Klimaschutz zu beginnen.“

Prof. dr. Nico Paech (2019)

Uns wird von Unternehmen und Politik Nachhaltigkeit zumeist als ein “Weiter-so-aber-effizienter” verkauft. E-Autos sollen Abgase reduzieren; nachgedacht wird aber kaum über die Batterie-Rohstoffe oder den Flächenverbrauch in den Städten, der unabhängig von der Antriebsart ist.

Das E-Auto ist das Methadon einer fossilen Suchtkultur

Prof. Dr. Harald Welzer, 2019

Denkt mal nach: Was in unserem täglichen (Verkehrs-)Leben ist noch Grundbedürfnis oder schon (fossile) Dekadenz? Wie wollen wir unsere Mobilität in Zukunft gestalten? Mit meinen Aktionen ermuntere andere, mitzumachen oder ihre Handlungen und Konsummuster zu überdenken.

Zukunft ist keine Skalierung der Gegenwart

Prof. Harald Welzer, 2019
Harald Welzer (61) ist Soziologe. Seit 2012 Honorarprofessor für Transformationsdesign an der  Europa-Universität Flensburg und Direktor der Stiftung  Zukunftsfähigkeit FuturZwei in Berlin.

Niko Paech (58) ist Volkswirt und Nachhaltigkeitsforscher. Er lebt in Oldenburg, wo er bis 2016 als außerplanmäßiger Professor beschäftigt war. Inzwischen lehrt und forscht er an der Universität Siegen. Quellen: Interview im Weser-Kurier, 04. Juli 2019

Das Unmögliche

Stückgut, Expressgut – kennt das noch jemand? Das ist das, was wir heute Paketdiensten mit zumeist drei-buchstabigen Abkürzungen überlassen. Das sind kleinere Sendungen, die zumeist per Lkw abgeholt und angeliefert werden. Gibt es eine Möglichkeit, außer per Lastenrad, soche Güter wirklich klima-neutral zu transportieren?

“Wirklich klimaneutral” heißt ohne CO2-Kompensation oder anderweitiges “greenwashing”, sondern ehrlich den Versuch machen, emissionsverringert zu transportieren, und zwar auf der Langstrecke.

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Langstrecke: Gegen die Uhr, gegen sich selbst, aber für die Umwelt

Longdistance-cargocycling.org bedeutet, für Freunde, Bekannte oder Unternehmen Waren mit dem Lastenrad von Ort zu Ort zu transportieren. Es ist mein Beitrag, aufmerksam zu machen, wie komfortable wir es uns mit dem Lkw eingerichtet haben und wie stark wir von fossilen Treibstoffen abhängig sind. Oftmals wissen wir gar nicht, wie viele Lkw-Kilometer in unseren täglichen Produkten stecken.

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Wein und Bier – das rate ich Dir: Über Flaschen auf Reisen

Viele Radwege sind Buckelpisten – natürlich muss das Ladegut so verpackt sein, dass es die Erschütterungen wegsteckt. Für die Verpackung nutze ich alte Obstkisten. Diese werden einfach auf den Gepäckträger gestellt und befestigt. Das Ladegut ist darin dann gut aufgehoben. Für den Transport von Brot war das durchaus angemessen.

Wie verhält es sich allerdings mit bruchempfindlichen Flaschen? Vielleicht führt eine der nächsten Fahrten zu einer Craft Brewery oder Distille, die handwerklich arbeiten und beste lokale Bioware herstellen.

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