Wie lange wollen wir warten?

Wie nehmt Ihr es mit Geldschulden? So wenig wie möglich, so schnell wie es geht an die Bank zurück gezahlt? Warum nicht auch in Sachen Klimaschutz, denn unser heutiges Verhalten gründet auf zukünftige Schulden an der Natur.

Unser Wissen müsste längst reichen, um die Welt zu retten

R. Klingholz, Mitglied der Enquête-Kommission Demographischer Wandel des Landes Niedersachsen von 2005 – 2007

“Unser Wissen müsste längst reichen, um die Welt zu retten”, wurde jüngst Reiner Klingholz, Mitglied der Enquête-Kommission Demographischer Wandel des Landes Niedersachsen von 2005 – 2007 zitiert (Kurier am Sonntag, 28. März 2021, S. 3), aber “die Krisen entstehen erst, wenn wir es uns gutgehen lassen.”

Wir sind offenbar nicht in der Lage, unser heutiges Tun an langfristige Veränderungen, wie den Klimawandel, anzupassen. Wir tun uns schwer, die Pandemie kurzfristig zu bewältigen; wie wollen wir es dann mit dem Klimaschutz halten?

Mit meinem Rad kann ich alleine die Welt nicht bewegen, aber ich kann helfen, Euch zu bewegen!

Stadt-Land-Lastenrad

longdistance-cargocycling.org auf dem Web-Seminar der LogistikLotsen e.V. „Stadt-Land-Lastenrad: Liefern mit dem Lastenrad“ am 18. Februar 2021

Wie können städtische Quartiere, aber auch der ländliche Raum vom Lastenrad profitieren? Diese Kernfrage stellte Prof. Dr. Sven Hermann vom Verein LogistikLotsen für die Metropolregion Nordwest e.V. auf einer online-Veranstaltung letzte Woche. Und die Antworten kamen!

Ob ein Anhänger, der jedes Rad zu einem Lastenrad macht, ob etablierte institutionelle Lastenradlerinnen, die sich als Logistiker empfehlen, ob longdistance-cargocyling.org mit einem inspirierenden, zum Nachmachen einladenden Ansatz oder ob digitaler Lösungen, die die Fahrerinnen zu einem intelliegenten Schwarm machen, das Spektrum war äußerst vielfältig.

Es tut sich was, in kleinen Schritten, mit überzeugten Pionieren und sinnvollen Lösungen. Ich habe mich gefreut, hierzu einen Beitrag zu leisten, und davon auch berichten zu können.

Mehr unter: https://logistiklotsen.de/

Bildquelle: Sven Hermann/Logistiklotsen e.V. , Olaf Kock

Lastenrad: Lifestyle oder gelebte Regionalität?

Für die einen ist es Teil eines urbanen Lifestyles, für mich ist es ein Prototyp für mehr Regionalität und Anregung zu überlegen, woher unsere Produkte kommen und wieviel wir konsumieren wollen.

Beide Fragen werden auf einer Lastenrad-Tour “erfahrbar”: Die Distanz, die wir zurücklegen, und die Menge, die Du an Bord hast. Je weiter, je mehr, desto mühsamer wird´s.

Ein Mehr an Regionalität wurde zu Beginn der Pandemie eindrucksvoll an-, aber nicht zu Ende diskutiert. Und auch nur am Beispiel des “Mund-Nasen-Schutzes”. Muss der aus Übersee kommen? Der Schneefall in den letzten Tag hat gezeigt, wie verletztlich schon Lieferketten in Europa sind.

Ein Mehr an Regionalität wird oft mit Verzicht auf erstrebenswerte Produkte gleichgesetzt. Kaffe & Co. verstehe ich – der wächst hier nicht. Noch nicht. Mit Gemüse & Co. funktioniert Regionalität hingegen schon.

Mir fehlt ein Szenario, das die Möglichkeiten für weitere Produkte zeigt, eine Stadt mit ihrer Region besser zu verknüpfen – dezentral, unter Nutzung moderner Technologie wie dem 3-D-Druck und erneuerbarer Energien und innovativen Transportkonzepten. Da lässt doch was machen – für weniger Lifestyle und mehr gelebte Regionalität.

Verkehr zwischen Grundbedürfnis und Dekadenz?

Wir proben den „Ökologischer Ernstfall”: Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben vor Corona und angesichts von FFF den ökologischen Notstand ausgerufen. Was ist Polemik, was ist Realität? Ein Erläuterungsversuch von longdistance-cargocycling.org.

Real die Frage: Müssen wir in Norddeutschland wirklich Milch aus dem Süden, welche per Lkw herangekarrt wird, konsumieren? Brauchen wir einen 24-Stunden-Lieferdienst, der zusätzlichen Verkehr erzeugt; reichen nicht auch 2 Tage als Lieferfrist? Machen wir uns mal Gedanken, wie selbstverständlich solche Dinge für uns mittlerweile sind.

“Wir sollten anfangen, zwischen menschlichen Grundbedürfnissen und spätrömischer Dekadenz zu unterscheiden.“

Prof. dr. Nico Paech (2019)

Wie ernst gemeint sind die Aktionen der Städte und Gemeinden? Bekommen wir es hin, den Wunsch einer Verkehrswende im politischen Mainstream zu verankern?

„Demokratische Instanzen wagen niemals, gegen den Mainstream vorzugehen. Das wäre politischer Selbstmord. Deshalb bedarf es zunächst glaubwürdiger Signale aus der Zivilgesellschaft. Sie muss die Politik darin bestärken, endlich mit Klimaschutz zu beginnen.“

Prof. dr. Nico Paech (2019)

Uns wird von Unternehmen und Politik Nachhaltigkeit zumeist als ein “Weiter-so-aber-effizienter” verkauft. E-Autos sollen Abgase reduzieren; nachgedacht wird aber kaum über die Batterie-Rohstoffe oder den Flächenverbrauch in den Städten, der unabhängig von der Antriebsart ist.

Das E-Auto ist das Methadon einer fossilen Suchtkultur

Prof. Dr. Harald Welzer, 2019

Denkt mal nach: Was in unserem täglichen (Verkehrs-)Leben ist noch Grundbedürfnis oder schon (fossile) Dekadenz? Wie wollen wir unsere Mobilität in Zukunft gestalten? Mit meinen Aktionen ermuntere andere, mitzumachen oder ihre Handlungen und Konsummuster zu überdenken.

Zukunft ist keine Skalierung der Gegenwart

Prof. Harald Welzer, 2019
Harald Welzer (61) ist Soziologe. Seit 2012 Honorarprofessor für Transformationsdesign an der  Europa-Universität Flensburg und Direktor der Stiftung  Zukunftsfähigkeit FuturZwei in Berlin.

Niko Paech (58) ist Volkswirt und Nachhaltigkeitsforscher. Er lebt in Oldenburg, wo er bis 2016 als außerplanmäßiger Professor beschäftigt war. Inzwischen lehrt und forscht er an der Universität Siegen. Quellen: Interview im Weser-Kurier, 04. Juli 2019

Was hat Lastenradeln mit Neuem Denken zu tun?

Wir gestalten unseren Alltag entlang von Routinen, die wir eingeübt haben. Das ist gut so, schaffen doch standardisierte Abläufe Freiräume und Verläßlichkeit in unserem Leben. Gelebte Routinen stoßen an Grenzen, wenn Sie uns einengen, wenn wir unser Verhalten nicht mehr ändern können.

Wir lehnen mehr und mehr das Ergebnis unseres kollektiven Handelns individuell ab. Der anthropogene Klimawandel ist nur ein Beispiel von vielen. Wie können wir die gedanklichen Freiräume, die uns etablierte Routinen eigentlich bescheren, für neue Ideen nutzen? Solche, die in Routinen münden, die weniger Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben, die mithin “Enkel-tauglich” sind?

Ich bin überzeugt, dass Änderungen nur aus individuellen Handlungen erreicht werden können, die gemeinsam genommen eine kritische öffentliche Meinung erzeugen. Lastenräder sehen wir in unseren Städten mehr und mehr. Es ist keine neue Erfindung. Jede und jeder, der so auf´s Rad steigt, leistet einen Beitrag.

Logistisch ist ein Lastenrad keine Hexerei, auch nicht über lange Distanzen. Dafür stehen meine Touren. Vielleicht ungewöhnlich. Umso mehr ist meine Initiative eine Einladung, andere Perspektiven einzunehmen.

Das Unmögliche

Stückgut, Expressgut – kennt das noch jemand? Das ist das, was wir heute Paketdiensten mit zumeist drei-buchstabigen Abkürzungen überlassen. Das sind kleinere Sendungen, die zumeist per Lkw abgeholt und angeliefert werden. Gibt es eine Möglichkeit, außer per Lastenrad, soche Güter wirklich klima-neutral zu transportieren?

“Wirklich klimaneutral” heißt ohne CO2-Kompensation oder anderweitiges “greenwashing”, sondern ehrlich den Versuch machen, emissionsverringert zu transportieren, und zwar auf der Langstrecke.

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Der Preis der Mobilität auf der Straße

Heute, am 24. November 2019 ist Totensonntag. Wir gedenken unseren Toten, so auch den Verkehrstoten in Deutschland. In diesem Jahr bis einschließlich August 2.050 Menschen, so die Statistik. Der Preis der Mobilität auf der Straße.

Stellen Sie sich vor, die Bahn verursacht 3.500 Tote im Jahr. Wären da nicht schon alle Schienen herausgerissen?

Klaus Gietinger, 99 Crashes. Prominente Unfallopfer, Westend Verlag 2014
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Lastenradeln ist aktiver Klimaschutz

Lastenräder sind in unseren Städten schon allgegenwärtig. In meinem Blog “longdistance-cargocycling.org” zeige ich Euch, wie auch längere Lieferketten nachhaltig gestaltet werden können.

Das Prinzip ist einfach:

Ich suche nach Einkaufs-gemeinschaften für nachhaltige Produkte und besorge diese dann per Rad direkt vom Erzeuger.

Oder es finden sich Unternehmen, für die Nachhaltigkeit im Transport eine wichtige Rolle spielt. Dann fahre ich auch gerne für diese.

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