Irgendwie habe ich kein Bock auf eine Kampagne, auf eine Tour. Zwangspause. Wir zahlen gerade den Preis für die ungebremste Globalisierung, wie schon 2008/2009 zur Finanzkrise, mit der Entfernung aller Druckschleusen für ungehinderte globale Finanz-, Waren- und Menschenströme. Wir zahlen, und zwar sozusagen mit Klopapier.

Global werden ökonomische Werte vernichtet, national ächzten die Gesundheitssysteme; doch plötzlich zählt die Regionalität, in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Selten so viele Mitmenschen zu Fuß oder dem Rad in der Natur, in Gärten oder nur auf dem Balkon gesehen.

Uns geht buchstäblich der A.. auf Grundeis. Wir haben als Gesellschaft soviel Klopapier gehortet, dass wir lange auf dem stillen Örtchen sitzen können, um zu überlegen, wie es mit unserem westlichen Lebensstil weitergehen soll. Die Zwangspause sollten wir nutzen. Ich habe mal gerechnet, ich kriege auf meinem Rad ca. 100 Rollen mit, locker….

Ich freue mich auf viele Touren, von denen ich Euch berichten kann.

Jeder Wachsame könne doch nun sehen, wohin uns die Missachtung von Naturgrenzen, Hypermobilität und endlos lange und komplex verwobene Lieferketten geführt haben: in mehr Verletzbarkeit und weniger Krisenfestigkeit, mehr Abhängigkeit und weniger Robustheit.

Reinhard Loske,
Professor für Nachhaltigkeit. Aus: klimareporter.de, 08.04.2020