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Logistisches

Klima, was für´n Klima?

Wir reden gerne von Klimaneutralität. Viele Unternehmen werben, sie seien jetzt “grün”. Trotzdem verlassen wir uns weiterhin auf fossile Geschäftsmodelle: Wir fliegen in Urlaub (mal von CV-19 abgesehen), wir konsumieren Plastik, Diesel-getriebene Lkw transportieren unsere Waren. Irgenwie skuril. Die Initiative longdistance-cargocycling.org macht deutlich, wie schwierig es ist, carbon-reduzierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ein Beispiel: Lastenräder sind in unseren Städten allgegenwärtig. Mal angenommen, Güter würden auch über längere Strecken regelmäßig geradelt, könnten wir sie dann bezahlen? Unsere Waren sind unter anderem deshalb so billig, weil Kosten für die Inanspruchnahme der Natur sich nicht in ihren Preisen widerspiegeln. Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Wem nützt die beste Bio-Ware, wenn der Kunde mit dem Auto zum Wochenmarkt oder Unverpackt-Laden fährt? Ist es noch „bio“, wenn die Ware per fossil-getriebenem Lkw transportiert wird? Was per Motorkraft eine schnelle Fahrt ist, wird mit dem Lastenrad zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Die Touren von longdistance-cargocycling.org machen deutlich, wieviel Aufwand eigentlich notwendig ist, um beispielhaft 20 kg über 100 km klimaschonend zu transportieren.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen. Wie selbstverständlich beziehen wir Bio-Lebensmittel aus ganz Deutschland, wenn nicht sogar Europa. An die resultierenden Transporte denken die wenigsten. Die Initiative zeigt, wie komfortabel wir es uns mit dem Auto oder Lkw eingerichtet haben.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen.