Ein Gastbeitrag von Sandra, meiner Partnerin

Unsere Einkaufsgemeinschaften fragten ungeduldig, wann wir die nächste Tour machten. Ich bin gerade im Training, habe schön geübt und denke, ich kann lange Distanzen mitfahren. Ich will eine Fahrt von longdistance-cargocycling.org begleiten.

Im Elbe-Weser-Dreieck, zwischen Bremen und Hamburg, wohnt einer unserer Imker, eine Rundtour von ca. 80 km. Quasi eine Feierabendrunde. In diesem Jahr hat er leckeren, festen Rapshonig. 

Die Route führt uns aus Bremen heraus Richtung Nord-Ost. Erst als wir die Ausfallstraßen hinter uns lassen, wird das Fahren angenehmer. Landschaft, Bauernhäuser. Viele Landwirte sind unterwegs und bearbeiten ihre Felder. Der Mais, die Gerste, Hafer, alles steht recht gut. Es steckt in jedem Arbeitsschritt viel Mühe, Liebe und Leidenschaft.

Mit 20 km/h düsen wir gegen seitlichen Wind an. Für mich ein hohes Tempo, auf die Dauer anstrengend. Während einer Pause nur ein kurzes Foto. Aus der gemütlichen Feierabendtour wird ein herausforderndes Sportprogramm.

Nach einem kurzen Gespräch und einer Banane sitzen wir schon wieder im Sattel

Sandra

Nach zwei Stunden stehen wir wie verabredet beim Imker auf dem Hof. Nach einem kurzen Gespräch und einer Banane sitzen wir schon wieder im Sattel – heimwärts mit dem Honig, um ihn zu den Konsumenten zu bringen. Heimwärts in unseren Feierabend.

Eine solche Tour mache ich so schnell nicht noch einmal, jedenfalls nicht mal ebenso nach der Arbeit und schon gar nicht bei solchem Wind und dem für mich hohen Tempo. Einmal im Jahr reicht, die Honigbestände für 12 Monate aufzufüllen. Wie gut, dass sich Honig lange hält!

Nach fast vier Stunden sind wir wieder zu Hause, mit 24 Gläsern. Nun kann ich entspannt mein frisches Honigbrot essen!