Wie lange wollen wir warten?

Wie nehmt Ihr es mit Geldschulden? So wenig wie möglich, so schnell wie es geht an die Bank zurück gezahlt? Warum nicht auch in Sachen Klimaschutz, denn unser heutiges Verhalten gründet auf zukünftige Schulden an der Natur.

Unser Wissen müsste längst reichen, um die Welt zu retten

R. Klingholz, Mitglied der Enquête-Kommission Demographischer Wandel des Landes Niedersachsen von 2005 – 2007

“Unser Wissen müsste längst reichen, um die Welt zu retten”, wurde jüngst Reiner Klingholz, Mitglied der Enquête-Kommission Demographischer Wandel des Landes Niedersachsen von 2005 – 2007 zitiert (Kurier am Sonntag, 28. März 2021, S. 3), aber “die Krisen entstehen erst, wenn wir es uns gutgehen lassen.”

Wir sind offenbar nicht in der Lage, unser heutiges Tun an langfristige Veränderungen, wie den Klimawandel, anzupassen. Wir tun uns schwer, die Pandemie kurzfristig zu bewältigen; wie wollen wir es dann mit dem Klimaschutz halten?

Mit meinem Rad kann ich alleine die Welt nicht bewegen, aber ich kann helfen, Euch zu bewegen!

Klima, was für´n Klima?

Wir reden gerne von Klimaneutralität. Viele Unternehmen werben, sie seien jetzt “grün”. Trotzdem verlassen wir uns weiterhin auf fossile Geschäftsmodelle: Wir fliegen in Urlaub (mal von CV-19 abgesehen), wir konsumieren Plastik, Diesel-getriebene Lkw transportieren unsere Waren. Irgenwie skuril. Die Initiative longdistance-cargocycling.org macht deutlich, wie schwierig es ist, carbon-reduzierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ein Beispiel: Lastenräder sind in unseren Städten allgegenwärtig. Mal angenommen, Güter würden auch über längere Strecken regelmäßig geradelt, könnten wir sie dann bezahlen? Unsere Waren sind unter anderem deshalb so billig, weil Kosten für die Inanspruchnahme der Natur sich nicht in ihren Preisen widerspiegeln. Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Den Luxus eines 24 h-Lieferservice “erkaufen” wir uns mit CO2-Emissionen.

Wem nützt die beste Bio-Ware, wenn der Kunde mit dem Auto zum Wochenmarkt oder Unverpackt-Laden fährt? Ist es noch „bio“, wenn die Ware per fossil-getriebenem Lkw transportiert wird? Was per Motorkraft eine schnelle Fahrt ist, wird mit dem Lastenrad zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Die Touren von longdistance-cargocycling.org machen deutlich, wieviel Aufwand eigentlich notwendig ist, um beispielhaft 20 kg über 100 km klimaschonend zu transportieren.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen. Wie selbstverständlich beziehen wir Bio-Lebensmittel aus ganz Deutschland, wenn nicht sogar Europa. An die resultierenden Transporte denken die wenigsten. Die Initiative zeigt, wie komfortabel wir es uns mit dem Auto oder Lkw eingerichtet haben.

Fast alle Lebensmittel landen früher oder später auf dem Lkw, mangels Alternativen.

Lastenradeln ist aktiver Klimaschutz

Lastenräder sind in unseren Städten schon allgegenwärtig. In meinem Blog “longdistance-cargocycling.org” zeige ich Euch, wie auch längere Lieferketten nachhaltig gestaltet werden können.

Das Prinzip ist einfach:

Ich suche nach Einkaufs-gemeinschaften für nachhaltige Produkte und besorge diese dann per Rad direkt vom Erzeuger.

Oder es finden sich Unternehmen, für die Nachhaltigkeit im Transport eine wichtige Rolle spielt. Dann fahre ich auch gerne für diese.

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Die Initiative longdistance-cargocycling.org lebt vom mitmachen…

Meine Fahrten kommen nur zustande, wenn sich genügend Menschen finden, die nicht nur Interesse an Bioprodukten haben, sondern denen auch an einem klimaschonenenden Transport gelegen ist. Deshalb vielen Dank an Euch, die Ihr die bisherigen Projekte der Honig- und Brotfahrten mit Euren Bestellungen ermöglicht habt.

Für mich ist es spannend, mit Euch über neue Ideen für longdistance-cargocycling.org ins Gespräch zu kommen. Bei dem Versuch, Güterverkehr anders zu denken, gibt es in meinem „Abnehmerkreis“ der geradelten Produkte drei Grundmuster von Reaktionen.

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