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Regionale Lebensmittel: Dein Bier, nicht mein Bier?

Was zeigt das Spannungsfeld zwischen regional erzeugten Produkten und globalem Warenaustausch so gut auf wie Bier? Internationale Einheitsware konkurriert mit Craftbieren mit hoher regionaler Identität. Grund genug für longdistance-cargocycling.org, sich diesem Produkt anzunehmen.

Gutes Beispiel ist die Stadt Bremen. Hier braut ein internationaler Konzern ein bekanntes Fernsehbier, gleichzeitig gibt es einige Handwerksbrauereien. Von einer von diesen bringe ich einem Studienfreund eine gute Auswahl per Lastenrad vorbei. Dies ist das Prinzip von longdistance-cargocycling.org, für Freunde, Bekannte und Unternehmen regionale Produkte emissionsfrei zu transportieren.

Los geht es bereits am Vortag, um die Ware direkt bei der Brauerei in Empfang zu nehmen. Dann stehen 120 km Richtung Ostfriesland auf dem Plan. Logistisch mogele ich ein wenig, da die ersten Kilometer aus Bremen heraus per Bahn zurückgelegt werden. Trotzdem eine weitere Fahrt für das Projekt, eine weitere Anregung, um über unsere täglichen Ressourcenverbräuche nachzudenken.

Die Initiative longdistance-cargocycling.org lebt vom mitmachen…

Meine Fahrten kommen nur zustande, wenn sich genügend Menschen finden, die nicht nur Interesse an Bioprodukten haben, sondern denen auch an einem klimaschonenenden Transport gelegen ist. Deshalb vielen Dank an Euch, die Ihr die bisherigen Projekte der Honig- und Brotfahrten mit Euren Bestellungen ermöglicht habt.

Für mich ist es spannend, mit Euch über neue Ideen für longdistance-cargocycling.org ins Gespräch zu kommen. Bei dem Versuch, Güterverkehr anders zu denken, gibt es in meinem „Abnehmerkreis“ der geradelten Produkte drei Grundmuster von Reaktionen.

Da sind zunächst die Bio-fokussierten: „Von dem Honig möchte ich auch einige Gläser!“ Ja, gerne, ist Ladung für die nächste Fahrt, aber um den Honig, um bei dem Beispiel zu bleiben, geht es mir doch gar nicht. Es kann auch Zeitungspapier sein; die Ladung ist nur Mittel zum Zweck, mit den Aktionen Aufmerksamkeit zu generieren und zum Andersdenken anzuregen.

Dann sind da die unglaublich Staunenden: „Wow, 200 Kilometer an einem Tag, mit Ladung auf dem Rad!“ Dieser Typ sieht den Sport im Vordergrund. Ich sorge bei ihm für Emotionen: Das Staunen und die Begeisterung, was die physische Leistung betrifft. Aber auch das ist mir wichtig, will ich doch zeigen, wie es sich anfühlt, eine Ladung Honig über 200 km per Muskelkraft zu bewegen.

Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!

Simone

Und dann sind da die Begeistert-Mitreis(s)enden: „Egal, was Du uns mitbringst, wir ermöglichen Dir eine neue Fahrt!“ Sehr gut, so machen wir das, und ich wünsche mir viel mehr davon.

Letztere sind mir selbstverständlich am Liebsten. Aber auch alle anderen sind herzlich willkommen!

Mit dem Rad zum Bäcker, aber nicht nur um´s Eck!

Mal eben frische Brötchen zum Frühstück? Mit dem Rad vom Bäcker an der Ecke geholt? Na klar, kennt jeder. Nur wenn der Bäcker unseres Vertrauens rund 100 km entfernt liegt und ein ganz besonders leckeres (Bio-)Brot verkauft, da nehmen wir dann doch lieber das Auto, oder? Nicht ganz, wenn bio, dann auch richtig: Das Brot soll nachhaltig, also mit dem Rad, transportiert werden.

Die nächst gelegene Verkaufsstelle des Bäckers unseres Vertrauens liegt ca. 100 km entfernt. Dies ergibt 200 km durch Norddeutschland, genauer durch das Weser-Elbe Dreieck über Zeven und Harsefeld einschließlich einer erfrischenden Fährfahrt über die Elbe. Getreu der Idee, für Freunde und Bekannte mit dem Lastenrad Güter zu transportieren, legte ich jenen diese einmalige Backwarenquelle nahe. Diese spontane Einkaufsgemeinschaft brachte ca. 15 kg bestes Biobrot und einige Bärlauchstangen zusammen.

Unsere Freunde und Bekannte, mit denen wir das Brot jetzt teilen, freuen sich mit uns über diesen fairen Deal. 

Dieses Projekt brachte mir dann die Erfahrungen, die ich mit dem Projekt gerne zeigen will: „Nur“ 15 kg Brot mit reiner Muskelkraft über eine eine reine Fahrtzeit von 12 Stunden zu transportieren, wo wir es als fast selbstverständlich sehen, dass per Lkw jegliche Lebensmittel von überall her frisch in die Supermärkte kommen.

Waren rund um die Welt verschiffen? Eine Selbstverständlichkeit!?

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