Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…

Glaubt Ihr nicht? Dann kommt mit ins Dorf Bohlsen in der Lüneburger Heide. Dort gibt es eine Mühle, die mahlt seit ihrer Gründung im Jahr 1265 wirklich noch mit Wasserkraft.

Pro Jahr ca. 25.000 Tonnen, davon kommt die Hälfte von Landwirten im Umkreis von 200 km. Ziemlich regional, finde ich, und zudem alles Bioland-zertifiziert. Für mich eine Tour wert, um per Lastenrad aus der südlichen Heide Mehl und Backwaren für eine Einkaufsgemeinschaft zu holen; und nebenbei viel über das Müller-Handwerk zu erfahren.

Und die Geschichte der Bohlsener Mühle hat es in sich: 1979 mit großer ökologischer Überzeugung und Tatkraft vor dem wirtschaftlichen Ruin geretttet, setzt das Team der Mühle seitdem konsequent auf das Vermahlen und Veredeln von regional erzeugtem Getreide.

Dazu setzt die Mühle auf eine enge Kooperation mit Landwirten vor Ort. Diese können ihr Getreide, darunter auch seltene Sorten wie Einkorn, verlässlich vermarkten. Und was mir persönlich am Herzen liegt: Durch die Einheit von Vermahlen, Veredeln und Verpacken, alles am Ort, werden Transporte vermieden.

Trotz aller ökologischen Vorsätzen, der Besuch in Bohlsen hat mir auch gezeigt: Der Transport per Lkw auf der Straße ist derzeit die Achillesferse jedes nachhaltigen Geschäftsmodells – es gibt schlichtweg in ländlichen Regionen keine Alternativen (mehr). Der traurige Anblick des nächsten Bahnhofs beweist das.

Mein Fazit: Die Tour war wirklich außergewöhnlich. Vielen Dank an meine Abnehmer, die mich auf diese Fahrt geschickt haben, und das Team der Bohlsener Mühle und Radio Zusa für das große Interesse an meinem Projekt!

Zum Beitrag von Radio Zusa (Quelle: Jana Hoose/Radio ZuSa)

Es geht um die Wurst!

Viele sagen, wir sind die letzte Generation, die den menschengemachten Klimawandel stoppen kann; passiert dies nicht, können wir uns nur noch so gut es geht anpassen. Es geht also um die Wurst.

Mehr Regionalität und weniger Transporte sind ein Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit. Hofläden sind ein gutes Beispiel für regionale Vermarktung von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft. Meine Tour führt mich zum Hof Icken im niedersächsischen Sievern an der flachen Wesermündung.

Es geht heute um die Wurst!

Ich besorge für eine Einkaufsgemeinschaft Fleisch- und Wurstwaren von Tieren aus Freilandhaltung, aufgezogen mit Futter direkt von den Weiden am Hof und handwerklich weiterverarbeitet ebenfalls in der Region.

Nun, hier gibt es sicher viele Meinungsrichtungen, mit vegetarischer oder sogar veganer Ernährung können wir noch mehr gegen den Klimawandel tun. Sicher; dabei gilt aber: Die Dosis macht das Gift.

Bei mir gilt, Fleisch in Maßen, und vor allem geht es mir heute und hier um Regionalität und familiengeführte Bio-Landwirtschaft. Ausgewogene Ernährung, das ganze mit Blick auf artgerechte Haltung und kurzen Transportwegen – es geht um die Wurst!