Autor: cargocyclist Seite 1 von 4

Mehrweg ist mein Weg

Die Honig-Transporte für meine Abnehmer im letzten Jahr hatten es in sich: Rund 130 Gläser bestellt und bei verschiedenen Imkern in Norddeutschland abgeholt. Alles in Mehrweggläsern versteht sich. Dies bedeutet, jetzt kommen die leeren Retouren. Anlaß für eine neue Tour für meine Initiative londistance-cargocycling.org.

Wie regional ist „regional“?

Neulich in einem Supermarkt in Bremen, ich stolpere über ein Regal, das Lebensmittel-Spezialitäten eines regionalen Erzeugers anbietet. Auch schon mal gesehen? Genau! Für meine Initiative longdistance-cargocycling.org interessiert mich, wie „regional“ solche Produkte sind.

Corona-Time

Irgendwie habe ich kein Bock auf eine Kampagne, auf eine Tour. Zwangspause. Wir zahlen gerade den Preis für die ungebremste Globalisierung, wie schon 2008/2009 zur Finanzkrise, mit der Entfernung aller Druckschleusen für ungehinderte globale Finanz-, Waren- und Menschenströme. Wir zahlen, und zwar sozusagen mit Klopapier.

Gesegelt und geradelt: 30 kg von 1,2 Millionen Tonnen

Wie kommt unser Kaffee in die Tasse? “Wasser drauf, aufbrühen”, denkt Ihr? Letztlich teilt jeder Kaffee dieses Schicksal, aber die Frage ist anders gemeint: Deutschland importiert pro Jahr ca. 1,2 Mio. Tonnen Kaffee. Aber wie?

Der überwiegende Teil kommt per Container an Bord von Motor-schiffen; wenige machen sich gedanken, welche Mengen an fossilen Ressourcen dazu notwendig sind – außer denen, die die anderen 30 kg trinken werden.

Das Unmögliche

Stückgut, Expressgut – kennt das noch jemand? Das ist das, was wir heute Paketdiensten mit zumeist drei-buchstabigen Abkürzungen überlassen. Das sind kleinere Sendungen, die zumeist per Lkw abgeholt und angeliefert werden. Gibt es eine Möglichkeit, außer per Lastenrad, soche Güter wirklich klima-neutral zu transportieren?

“Wirklich klimaneutral” heißt ohne CO2-Kompensation oder anderweitiges “greenwashing”, sondern ehrlich den Versuch machen, emissionsverringert zu transportieren, und zwar auf der Langstrecke.

Die unendliche …

… Geschichte der Suche nach einer Möglichkeit, meine Spende einem streuobstwiesentlichen Zweck zukommen zu lassen: Durch jede Fahrt spendet Ihr für jedes transportierte Glas Honig oder Marmelade. Es wartet ein kleines EURO-Sümmchen für eine Streuobstwiese, damit die Bienen wieder ordentlich sammeln können für neuen Nektar, für neues Obst. Daraus wird dann wieder Honig oder Marmelade, die ich per Lastenrad für Euch transportieren kann.

Die Unvollendete

Stellt Euch vor, die Ware, die Ihr im Netz bestellt habt, kommt nicht. In unserer heutigen, Minuten-getakteten Welt der Logistik unvorstellbar. Ihr ärgert Euch; und ich auch, wenn ich die Ware hätte radeln sollen.

Kuriositätenkabinett

Mit dem Fahrrad erlebe ich die Umgebung am Straßenrand viel intensiver als mit dem Auto. Eigentlich habe ich ja nur Augen für meine Ware, die ich für Euch von A nach B bringe. Eigentlich…

Riding home for Christmas…

naja, eigentlich heißt es “driving home for Christmas”, der Song mit der eingängigen Melodie von Chris Rea – mit dem Aufruf, nach Hause zu kommen und sich auf die Festtage zu freuen, Rückblicke aufs Jahr inklusive.

longdistance-cargocycling.org ist seit Mai 2019 am Start:

  • 11 Fahrten,
  • knapp 1.800 geradelte Kilometer,
  • 233 kg Ware transportiert.

Der Dank gilt meinen Abnehmern für dieses Interesse.

Geradelt und gesegelt

“Hallo! Du mußt Lars sein?” So empfängt mich Clarissa von Timbercoast, der einzigen deutschen Segelschiffsreederei. Es ist 15.00 h in Elsfleth an einem Samstag im Advent. Mein Auftrag lautet, für einen Bekannten einige Flaschen Rum zu besorgen; Rum von Timbercoast, der mit ihrer “Avontuur” aus der Karibik nach Deutschland gesegelt wurde.

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