Outside the Box

We put everything into boxes. Our stuff, our thinking. By using boxes, we establish routines to simplify our life. Boxes are replaceable, and so becomes our thinking.

But what if those routines fail us? There is potential to act.

New thinking means stepping out of our boxes.

The Great Escape

This initiative exists exists because of cracks in the system.

My investigation is driven by experiments. The cargo bike becomes an omnipresent and silent observer exploring spaces of possibilities. It enters into a dialogue with our established perceptions and myself. If physical exercise is the minimal overlap here, it is my intention to approach this gap in a cyclistic, yet aesthetic manner.

Pictures taken during a voyage in Dec 2021. Distance travelled and cargo moved: 105 km, 6 kg frozen lamb and fresh pork for two households.

System Constellation

Ihr mögt es beobachtet haben: ich bin im letzten Jahr kaum gefahren. Ja, stimmt. Da war eine Blockade.

Vielleicht war die Stimme derjenigen sehr laut, die fortwährend fragten, ob sich meine Initiative wirtschaftlich trüge, und wer mir meinen Einsatz bezahlen würde. Oder das Neue wollte einfach nicht in die Welt kommen.

Mir schien, ich bewegte mich in 2021 in einem Raum der Effizienz, wo ein ständiges „Mehr desselben“ die Lastenräder kommerzialisiert; sie ein bestehendes System optimieren lässt. Wir freuen uns über Lastenräder in den Städten, aber eigentlich sind sie dort ein Hilfeschrei der kommerzialisierten Innenstädte.

Doch gab es noch einen weiteren Raum, den der Funktionalität. Darin sind Lastenräder ein Multiplikator von Suffizienz und Regionalität. Aber offensichtlich gab es keine Türen von einem zum anderen Raum.

In einem System von mir (A), dem öffentlichen Gehör (B) und dem Narrativ (C), die sich in dem Spannungsfeld einer sportlichen Anerkennung des Lastenradfahrens, der Suche nach kommerzieller Verwirklichung und integralem Anspruch bewegten, ergaben sich überraschende Ergebnisse:

B ist bockig; B meint, A und C eiern ´rum. B ist unklar, wer führt: A fokussiert auf sportliche Anerkennung, oder C auf den integralen Anspruch? C ist ganz auf der Seite von A.

B meckert: „A schafft es nicht, die Sache in Worte zu fassen, so dass es die B-Menschen verstehen“. A macht das Verhalten von B wütend. Wollte B mitnehmen, bekommt eine Klatsche.

Was braucht es?

Für C: Die Faust in der Tasche, erklären, anbieten. Für B: A und C könen machen, was sie wollen. Für A: A müsste sich verstellen, wenn es sich auf die Sprache von B einliesse.

Die Lösung?

The grass is always greener…

… on the other side of the fence.“ Wirklich, oder nur ein Sprichwort? Ich will es ausprobieren und radele in die Niederlande.

Beiderseits der Grenze: Grüne, saftige Wiesen; plattes Land, zumindest im Norden, in Friesland. Wo ist der Unterschied? Mich interessieren die süßen Spezialitäten unserer Nachbarn, die Lebensmittelmärkte gerne vorhalten. Ein ganzes Lastenrad voll wird es nicht, aber das Zeug an Bord hat genug Energie aus Zucker und Fett für mindestens ein Jahr Radfahren.

Aber eigentlich sind die Lebensmittel nur eine Nebensächlichkeit meines Ansinnens, mal wieder vernünftig Rad zu fahren: In Sachen Radfahren sind die Niederländer tatsächlich grüner – im wahrsten Sinne des Wortes! The biker´s paradice – die Wege breiter und der Belag glatter. Eine dauernde Verkörperung einer Wertschätzung als Verkehrsteilnehmer.

Fahrräder für Bildung

700 km in fünf Tagen und fünf gespendete Räder: Die Herausforderung von Kay Johannesmann

134 Euro kostet ein speziell für den Einsatz im ländlichen Afrika entwickeltes, robustes und verlässliches Fahrrad. Kay Johannesmann hat ein Ziel: Möglichst viele dieser Räder durch Spenden zu finanzieren. Dazu will er 700 km in fünf Tagen entlang der deutschen Nordseeküste radeln. Wenn für jeden gefahrenen Kilometer 1 Euro zusammenkommen, kann er fünf Räder spenden.

Kay unterstützt World Bicycle Relief. Die internationale Hilfsorganisation hilft mit den Rädern Schulkinder in Afrika. Sie können Dank der Fahrräder die Distanzen zur Schule und zu Bildungseinrichtungen überwinden und ihre Zukunft aus eigener Kraft gestalten.

Mehr unter https://join.worldbicyclerelief.org/KayJo/challenge

Barrierefrei?

Ein Lastenrad ohne Last? Ein Film ohne Bild? Das aktuelle Programm der Kunsthalle Osnabrück irritiert barrierefrei: Ich radele 357 km; will dort erfahren, wie es mentale Barrieren aufbrechen möchte.

Die Künsterinnen rearrangieren unsere eingespurten Sinnesansprachen. Ein Film ohne Bild, um den Ton zu ertasten und die Bilder zu beschreiben? Töne entrückt von den sie erzeugenden Bewegungen?

Ich betrete die Kirche. Das Schiff ist leer, bis auf die Reihe von Bildschirmen, die zum eintretenden Besucher abgewendet stehen. Die Hälfte des Bodens bedeckt ein gemusteter Teppich. Darauf kistenartige Blöcke.

Die Luft ist durch ein Dröhnen erfüllt, es hallt anhaltend. Die Bildschirme zeigen Filmsequenzen. Die taube Hauptdarstellerin übt Schlagzeug. Die Geräusche des Übens werden zu Nebensächlichkeiten, wenn die Gegenstände im Probenraum neu geordnet werden.

Plötzlich Stille; ein Anruf auf dem Smartphone der Protagonistin. Im Spiegel des Friseursalons reflektiert sich die Gestik der Gebärdensprache. Dann weiter. Es beginnt zu dröhnen.

Erweitern wir unseren Wahrnehmungsraum. Wir nehmen Informationen auf anderen Wegen als gewöhnlich auf, aber wie? Ein bereichernder Besuch.

Kunsthalle Osnabrück: Raumkonzepte im Dialog mit dem Behinderten-Forum Osnabrück – Anna Erdmann/Franziska Goralski (Die Blaue Distanz); Alison O´Daniel (I felt people dancing/The Tuba Thieves). Noch bis zum 03. Oktober 2021

Faul und tatenlos?

Liebe Lesenden von longdistance-cargocycling.org!

Nein, ich war nicht faul und tatenlos seit meiner letzten Tour. Ich musste etwas überlegen, und zwar folgendes:

Den Claim von longdistance-cargocycling.org “Prototyp für Neues Denken” hat ein Bekannter von mir angestoßen. “Was Du mit Deinem Lastenrad vorhast, das ist ein Prototyp”, sagte er zu mir. Damals habe ich es kopiert, heute gibt es den Hintergrund.

In unserem Handeln sind wir Menschen oft gefangen in unseren überlieferten Überzeugungen. Damit konstruieren wir uns unsere Wirklichkeit. Lastenradeln über lange Entfernungen, noch dazu not-for-profit, kommt darin meist nicht vor. Es entspricht nicht unseren ökonomisierten und Effizienz-getriebenen Erwartungen.

Wenn wir unsere Perspektiven verändern, und von dem bestehenden Transportsystemen aufzoomen, kommen wir zwangsläufig zu der Frage, die mich bewegt: Warum müssen wir überhaupt soviel über so weite Distanzen transportieren?

Eine systemischere Betrachtung ermöglicht andere Perspektiven und erhöht unsere Handlungsalternativen, Prototypen eben. Noch dazu, wenn wir Widersprüche aushalten, dass ein Lastenrad eben nicht einen Lkw vollständig ersetzt; es also kein eindeutiges “Richtig” oder “Falsch” ergibt.

Also, keine Spur von Faulheit und Tatenlosigkeit, sondern wichtige Reflexion!

Viele Grüße, und noch einen schönen Rest-Sommer.

Lars

Jetzt blüht Euch was!

Von Euren Spenden: longdistance-cargocycling.org ist “Artenretter” bei artenglück.de

Es blüht, auf 6.000 Quadratmetern, irgendwo zwischen Nienburg und Schwarmstedt: Ringel- und Kornblumen, Strohblumen und Flachs, alle strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen!

Hier geht es um Eure Spenden: Die longdistance-cargocycling.org Abnehmergemeinde ist “Artenretter” und übernimmt eine Blühpatenschaft bei Artenglück.de. Artenglück.de sind Lara, Christoph und Felix, drei Freunde aus Niedersachsen, die heimische Insekten durch die professionelle Anlage von Blühwiesen in den Regionen Hannover, Nienburg und Heidekreis unterstützen.

Wilde Blumenmischungen, ein klares Ziel: Der Schutz der heimischen Artenvielfalt. Durch die Spenden, die auf meinen Touren bisher zusammenkamen, schaffen wir das auf 60 Quadratmetern! 56 Hektar haben die drei bereits durch Patenschaften angelegt, 100 Hektar sollen es noch werden.

Auf der Blühwiese schließt sich der Kreis: Erhalt der Insektenvielfalt sichert die natürliche Bestäubung und leistet damit einen Beitrag für die Erzeugung regionaler Lebensmittel. Ideal für die Idee von longdistance-cargocycling.org.

Man kann mit kleinen Mitteln Großes erreichen

Lara Boye, artenglück.de

Im Kreise

Was haben Kreislaufwirtschaft und Fahrradfahren gemeinsam? Im Englischen wird´s deutlich: circular economy – cycling. Der Wortstamm macht´s deutlich:

Es geht im Kreis. In der Wirtschaft optimal, unsere konsumeristischen Hinterlassenschaften zu recyceln und als neuen Rohstoff zu nutzen.

Es geht im Kreis; beim Radfahren aber nicht optimal. Wir drehen uns im Kreis. Eine(r) muss anfangen. Die Bremer Bauteilbörse tut´s. Ziel ist es, alten Bauteilen neues Leben einzuhauchen und erneut zu verwenden.

Eine kurze Tour führte mich mit überzähligen Fliesen dorthin. Diese fanden dankend einen Abnehmer. Der Kollege nickt anerkennend: “Mit dem Lastenrad gebracht!”

So geht´s im Kreis. Mehr Info: http://www.bauteilboerse-bremen.de/

Mit dem Lastenrad gebracht!

Himmel und Hö…? Honig!

Himmel, ja, Honig, ja. Hölle, nein. So etwas wie die himmlische Versuchung, aber ohne Nebenwirkungen aus der vermeintlichen Unterwelt. War schliesslich Himmelfahrt. Statt wie hier im Norden üblich nicht Bollerwagen-ziehend, sondern Honig fahrend am sogenannten Vatertag. Der Honig dient als Symbol zum Umdenken, von unten nach oben – anders jedenfalls, genauso wie das Lastenrad.