The Great Escape

This initiative exists exists because of cracks in the system.

My investigation is driven by experiments. The cargo bike becomes an omnipresent and silent observer exploring spaces of possibilities. It enters into a dialogue with our established perceptions and myself. If physical exercise is the minimal overlap here, it is my intention to approach this gap in a cyclistic, yet aesthetic manner.

Pictures taken during a voyage in Dec 2021. Distance travelled and cargo moved: 105 km, 6 kg frozen lamb and fresh pork for two households.

The grass is always greener…

… on the other side of the fence.“ Wirklich, oder nur ein Sprichwort? Ich will es ausprobieren und radele in die Niederlande.

Beiderseits der Grenze: Grüne, saftige Wiesen; plattes Land, zumindest im Norden, in Friesland. Wo ist der Unterschied? Mich interessieren die süßen Spezialitäten unserer Nachbarn, die Lebensmittelmärkte gerne vorhalten. Ein ganzes Lastenrad voll wird es nicht, aber das Zeug an Bord hat genug Energie aus Zucker und Fett für mindestens ein Jahr Radfahren.

Aber eigentlich sind die Lebensmittel nur eine Nebensächlichkeit meines Ansinnens, mal wieder vernünftig Rad zu fahren: In Sachen Radfahren sind die Niederländer tatsächlich grüner – im wahrsten Sinne des Wortes! The biker´s paradice – die Wege breiter und der Belag glatter. Eine dauernde Verkörperung einer Wertschätzung als Verkehrsteilnehmer.

Barrierefrei?

Ein Lastenrad ohne Last? Ein Film ohne Bild? Das aktuelle Programm der Kunsthalle Osnabrück irritiert barrierefrei: Ich radele 357 km; will dort erfahren, wie es mentale Barrieren aufbrechen möchte.

Die Künsterinnen rearrangieren unsere eingespurten Sinnesansprachen. Ein Film ohne Bild, um den Ton zu ertasten und die Bilder zu beschreiben? Töne entrückt von den sie erzeugenden Bewegungen?

Ich betrete die Kirche. Das Schiff ist leer, bis auf die Reihe von Bildschirmen, die zum eintretenden Besucher abgewendet stehen. Die Hälfte des Bodens bedeckt ein gemusteter Teppich. Darauf kistenartige Blöcke.

Die Luft ist durch ein Dröhnen erfüllt, es hallt anhaltend. Die Bildschirme zeigen Filmsequenzen. Die taube Hauptdarstellerin übt Schlagzeug. Die Geräusche des Übens werden zu Nebensächlichkeiten, wenn die Gegenstände im Probenraum neu geordnet werden.

Plötzlich Stille; ein Anruf auf dem Smartphone der Protagonistin. Im Spiegel des Friseursalons reflektiert sich die Gestik der Gebärdensprache. Dann weiter. Es beginnt zu dröhnen.

Erweitern wir unseren Wahrnehmungsraum. Wir nehmen Informationen auf anderen Wegen als gewöhnlich auf, aber wie? Ein bereichernder Besuch.

Kunsthalle Osnabrück: Raumkonzepte im Dialog mit dem Behinderten-Forum Osnabrück – Anna Erdmann/Franziska Goralski (Die Blaue Distanz); Alison O´Daniel (I felt people dancing/The Tuba Thieves). Noch bis zum 03. Oktober 2021

Jetzt blüht Euch was!

Von Euren Spenden: longdistance-cargocycling.org ist “Artenretter” bei artenglück.de

Es blüht, auf 6.000 Quadratmetern, irgendwo zwischen Nienburg und Schwarmstedt: Ringel- und Kornblumen, Strohblumen und Flachs, alle strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen!

Hier geht es um Eure Spenden: Die longdistance-cargocycling.org Abnehmergemeinde ist “Artenretter” und übernimmt eine Blühpatenschaft bei Artenglück.de. Artenglück.de sind Lara, Christoph und Felix, drei Freunde aus Niedersachsen, die heimische Insekten durch die professionelle Anlage von Blühwiesen in den Regionen Hannover, Nienburg und Heidekreis unterstützen.

Wilde Blumenmischungen, ein klares Ziel: Der Schutz der heimischen Artenvielfalt. Durch die Spenden, die auf meinen Touren bisher zusammenkamen, schaffen wir das auf 60 Quadratmetern! 56 Hektar haben die drei bereits durch Patenschaften angelegt, 100 Hektar sollen es noch werden.

Auf der Blühwiese schließt sich der Kreis: Erhalt der Insektenvielfalt sichert die natürliche Bestäubung und leistet damit einen Beitrag für die Erzeugung regionaler Lebensmittel. Ideal für die Idee von longdistance-cargocycling.org.

Man kann mit kleinen Mitteln Großes erreichen

Lara Boye, artenglück.de

Im Kreise

Was haben Kreislaufwirtschaft und Fahrradfahren gemeinsam? Im Englischen wird´s deutlich: circular economy – cycling. Der Wortstamm macht´s deutlich:

Es geht im Kreis. In der Wirtschaft optimal, unsere konsumeristischen Hinterlassenschaften zu recyceln und als neuen Rohstoff zu nutzen.

Es geht im Kreis; beim Radfahren aber nicht optimal. Wir drehen uns im Kreis. Eine(r) muss anfangen. Die Bremer Bauteilbörse tut´s. Ziel ist es, alten Bauteilen neues Leben einzuhauchen und erneut zu verwenden.

Eine kurze Tour führte mich mit überzähligen Fliesen dorthin. Diese fanden dankend einen Abnehmer. Der Kollege nickt anerkennend: “Mit dem Lastenrad gebracht!”

So geht´s im Kreis. Mehr Info: http://www.bauteilboerse-bremen.de/

Mit dem Lastenrad gebracht!

Himmel und Hö…? Honig!

Himmel, ja, Honig, ja. Hölle, nein. So etwas wie die himmlische Versuchung, aber ohne Nebenwirkungen aus der vermeintlichen Unterwelt. War schliesslich Himmelfahrt. Statt wie hier im Norden üblich nicht Bollerwagen-ziehend, sondern Honig fahrend am sogenannten Vatertag. Der Honig dient als Symbol zum Umdenken, von unten nach oben – anders jedenfalls, genauso wie das Lastenrad.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…

Glaubt Ihr nicht? Dann kommt mit ins Dorf Bohlsen in der Lüneburger Heide. Dort gibt es eine Mühle, die mahlt seit ihrer Gründung im Jahr 1265 wirklich noch mit Wasserkraft.

Pro Jahr ca. 25.000 Tonnen, davon kommt die Hälfte von Landwirten im Umkreis von 200 km. Ziemlich regional, finde ich, und zudem alles Bioland-zertifiziert. Für mich eine Tour wert, um per Lastenrad aus der südlichen Heide Mehl und Backwaren für eine Einkaufsgemeinschaft zu holen; und nebenbei viel über das Müller-Handwerk zu erfahren.

Und die Geschichte der Bohlsener Mühle hat es in sich: 1979 mit großer ökologischer Überzeugung und Tatkraft vor dem wirtschaftlichen Ruin geretttet, setzt das Team der Mühle seitdem konsequent auf das Vermahlen und Veredeln von regional erzeugtem Getreide.

Dazu setzt die Mühle auf eine enge Kooperation mit Landwirten vor Ort. Diese können ihr Getreide, darunter auch seltene Sorten wie Einkorn, verlässlich vermarkten. Und was mir persönlich am Herzen liegt: Durch die Einheit von Vermahlen, Veredeln und Verpacken, alles am Ort, werden Transporte vermieden.

Trotz aller ökologischen Vorsätzen, der Besuch in Bohlsen hat mir auch gezeigt: Der Transport per Lkw auf der Straße ist derzeit die Achillesferse jedes nachhaltigen Geschäftsmodells – es gibt schlichtweg in ländlichen Regionen keine Alternativen (mehr). Der traurige Anblick des nächsten Bahnhofs beweist das.

Mein Fazit: Die Tour war wirklich außergewöhnlich. Vielen Dank an meine Abnehmer, die mich auf diese Fahrt geschickt haben, und das Team der Bohlsener Mühle und Radio Zusa für das große Interesse an meinem Projekt!

Zum Beitrag von Radio Zusa (Quelle: Jana Hoose/Radio ZuSa)

“Gesegelt und geradelt”

Die etwas andere Schokolade – ein neues Video von longdistance-cargocycling.org

Der Kakao gesegelt nach Amsterdam, dort veredelt zu feiner Schokolade, um anschliessend per Lastenrad abgeholt und verteilt zu werden. Das ist der Weg einer Tafel Schokolade, die ich auf einer meiner letzten Touren im Hofladen der Familie Icken im niedersächsichen Sievern, nördlich von Bremerhaven, erstanden habe.

Transportiert von Amsterdam nach Niedersachsen von den Aktivisten der Schokofahrt.de, einer Crowd-Logistik-Initiative. Viele RadfahrerInnen bewegen die Schokolade gemeinnützig in viele Städte und Dörfer Deutschlands, so auch nach Sievern.

Von dort gelangte eine Tafel mit meinem Lastenrad nach Bremen; es geht aber noch ein Stück weiter, denn die Tafel ist ein Ostergeschenk – geliefert per Lastenrad, natürlich!

Es geht um die Wurst!

Viele sagen, wir sind die letzte Generation, die den menschengemachten Klimawandel stoppen kann; passiert dies nicht, können wir uns nur noch so gut es geht anpassen. Es geht also um die Wurst.

Mehr Regionalität und weniger Transporte sind ein Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit. Hofläden sind ein gutes Beispiel für regionale Vermarktung von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft. Meine Tour führt mich zum Hof Icken im niedersächsischen Sievern an der flachen Wesermündung.

Es geht heute um die Wurst!

Ich besorge für eine Einkaufsgemeinschaft Fleisch- und Wurstwaren von Tieren aus Freilandhaltung, aufgezogen mit Futter direkt von den Weiden am Hof und handwerklich weiterverarbeitet ebenfalls in der Region.

Nun, hier gibt es sicher viele Meinungsrichtungen, mit vegetarischer oder sogar veganer Ernährung können wir noch mehr gegen den Klimawandel tun. Sicher; dabei gilt aber: Die Dosis macht das Gift.

Bei mir gilt, Fleisch in Maßen, und vor allem geht es mir heute und hier um Regionalität und familiengeführte Bio-Landwirtschaft. Ausgewogene Ernährung, das ganze mit Blick auf artgerechte Haltung und kurzen Transportwegen – es geht um die Wurst!